Fitnessstudio kaufen: Kaufpreis, Due Diligence & Ablauf

Fitnessstudio kaufen oder übernehmen: Kaufpreis ermitteln, Due Diligence checken, Finanzierung und Übergabe sauber planen.

PB Parsa Bahadori Gründer von GymStack Aktualisiert am 15 Min. Lesezeit

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Ein Fitnessstudio kaufen heißt, einen laufenden Betrieb mit Mitgliedern, Umsatz und eingerichteter Fläche zu übernehmen, statt bei null zu starten. Eine feste Preistabelle dafür gibt es nicht: Zur groben Einordnung lag laut KfW Research der durchschnittliche Kaufpreis bei kleinen Unternehmensnachfolgen im deutschen Mittelstand 2018 bei rund 351.000 Euro, der Median deutlich darunter bei rund 175.000 Euro. Diese Zahl ist branchenübergreifend erhoben, nicht speziell für Fitnessstudios, taugt aber als grobe Größenordnung. Der tatsächliche Preis deines Studios hängt vor allem von Ertragskraft, Substanz und der Qualität der Mitgliederverträge ab.

Ein bestehendes Fitnessstudio kaufen klingt erst einmal verlockend: Statt bei null anzufangen, übernimmst du einen laufenden Betrieb mit Mitgliedern, Umsatz und einer eingespielten Fläche. Doch genau hier liegt die Gefahr. Ein Studio ist kein Auto, bei dem du den Kilometerstand abliest und Probe fährst. Was du kaufst, sind vor allem Verträge, Daten und Beziehungen, und deren Qualität siehst du dem Studio von außen nicht an.

In diesem Leitfaden gehen wir durch, wann sich eine Übernahme gegenüber einer Neueröffnung lohnt, worauf du bei der Due Diligence achten musst, wie ein Kaufpreis grundsätzlich zustande kommt, wie du die Übernahme finanzierst und wo die typischen Fallstricke liegen. Eine Vorbemerkung vorweg, ehrlich: Bei allem, was Steuern, Recht und Bewertung betrifft, geben wir dir hier allgemeine Information zur Orientierung, Stand Juli 2026, keine Rechtsberatung im Einzelfall. Zieh für die konkrete Entscheidung immer einen Steuerberater und einen Anwalt hinzu. Bei einer Übernahme geht es schnell um Beträge, bei denen sich ein paar hundert Euro Beratungshonorar locker rechnen.

Fitnessstudio kaufen oder neu eröffnen: was lohnt sich mehr?

Bevor du auf die Suche gehst, kläre die Grundsatzfrage: Willst du ein bestehendes Fitnessstudio übernehmen oder lieber selbst eines aufbauen? Die ehrliche Faustregel: Eine Übernahme lohnt sich, wenn der Betrieb gesund ist und der Preis die Substanz widerspiegelt. Ist das Studio ein Sanierungsfall, kaufst du dir vor allem Probleme, dann ist eine Neueröffnung oft der ehrlichere Weg.

Für die Übernahme spricht, dass du sofort Cashflow hast. Du musst nicht erst zwei Jahre lang Mitglieder aufbauen, bis die Fixkosten gedeckt sind. Die Fläche ist eingerichtet, die Geräte stehen, oft gibt es ein Team und einen bekannten Standort mit lokaler Reputation. Dagegen spricht, dass du auch die Altlasten übernimmst: veraltete Geräte, einen schlechten Ruf, ungünstige Verträge oder einen Mitgliederbestand, der schon im Sinkflug ist. Bei einer Neueröffnung gestaltest du alles selbst, zahlst aber den vollen Preis für Aufbau und Durststrecke. Wie hoch dieser Aufbau ausfällt, haben wir im Detail in unserem Artikel zu den Kosten einer Fitnessstudio-Eröffnung durchgerechnet, eine sinnvolle Vergleichsbasis für jeden Kaufpreis, der dir genannt wird.

Studio kaufen vs. neu eröffnen im Überblick

KriteriumStudio kaufenNeu eröffnen
StartkapitalKaufpreis statt Aufbaukostenvolle Aufbau- und Anlaufkosten
Vorhandener Mitgliederstammja, sofort Umsatznein, muss aufgebaut werden
Altlasten/Risikohoch (Verträge, Geräte, Ruf)gering, alles neu
Geschwindigkeit bis Umsatzhoch, Cashflow ab Tag einsgering, lange Durststrecke
Gestaltungsfreiheitgering, Bestehendes übernommenhoch, alles selbst gestaltbar

Fitnessstudio Kaufpreis ermitteln: was kostet die Übernahme?

Kurz und direkt: Es gibt keinen festen Preis pro Fitnessstudio, aber eine gängige Denkweise. Der Wert orientiert sich an der Ertragskraft, meist als Vielfaches des nachhaltigen Jahresgewinns oder EBITDA, dem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Salopp gesagt: das, was am Ende hängen bleibt, bevor Bank und Finanzamt sich bedienen. Dazu kommt der Substanzwert von Geräten und Einrichtung. Wie hoch der Multiplikator ausfällt, hängt von Standort, Zustand der Substanz und vor allem der Stabilität des Mitgliederbestands ab.

Einen einheitlichen Fitnessstudio-Multiplikator gibt es dabei nicht, und genau das solltest du wissen, bevor dir jemand eine Pi-mal-Daumen-Zahl nennt. Wie stark solche Multiplikatoren je nach Branche schwanken, zeigt eine Kaufpreisanalyse von KfW Research aus dem Jahr 2019: Die darin zitierte FINANCE-Multiplikatorentabelle weist für Ende 2018 branchenabhängige EBIT-Multiplikatoren aus, etwa 6,4 bis 8,7 für beratende Dienstleistungen oder 6,5 bis 8,8 für Handel und E-Commerce. Einen eigenen Wert für Fitnessstudios führt die Studie nicht. Verlass dich bei deinem eigenen Kauf deshalb nicht auf eine pauschale Zahl aus einem Artikel, sondern lass dir die Herleitung mit echten Zahlen zeigen und von einem Berater einordnen.

Der wertvollste Teil eines Studios ist ohnehin meist immateriell: der wiederkehrende Umsatz aus den Mitgliederverträgen. Genau deshalb ist die Vertragsqualität aus der Due Diligence so entscheidend für den Preis, dazu gleich mehr. Schätze den Wert des Bestands grob mit dem Mitglieder-LTV-Rechner ab, bring den genannten Kaufpreis in deinem Businessplan unter und rechne mit dem Break-even-Rechner durch, ob sich die Investition über die zu erwartenden Erträge realistisch zurückführen lässt.

Asset Deal oder Share Deal: der Unterschied, der zählt

Neben dem Preis entscheidet die rechtliche Form des Kaufs. Beim Asset Deal kaufst du einzelne Vermögenswerte, sozusagen die Einzelteile aus dem Regal: Geräte, Verträge, Inventar. Beim Share Deal übernimmst du die Anteile an der Gesellschaft, die das Studio betreibt, also den ganzen Laden inklusive allem, was im Keller steht. Laut BMWK-Existenzgründungsportal bleibt beim Share Deal der bestehende Rechtsträger samt seinem Haftungsregime erhalten, während beim Asset Deal diese Haftungstatbestände grundsätzlich nicht auftreten, der Käufer tritt also nicht automatisch in die Haftung des Vorgängers ein.

Ein Detail, das viele Käufer übersehen: Ein Asset Deal ist kein Freibrief gegen Altschulden. Führst du den Betrieb unter dem bisherigen, bekannten Namen fort, haftet der Erwerber laut BMWK-Existenzgründungsportal nach § 25 HGB dennoch für Altverbindlichkeiten des Vorgängers mit seinem gesamten Vermögen, unabhängig davon, ob dir diese bekannt waren. Das ist nicht nichts, wenn du bedenkst, wie viele Käufer den eingeführten Studio-Namen gerade wegen der lokalen Reputation weiterführen wollen. Welche Struktur für dich sinnvoll ist und wie du dich gegen dieses Restrisiko absicherst, lässt sich nicht pauschal sagen, das gehört mit Steuerberater und Anwalt am Tisch geklärt.

Wie läuft die Due Diligence beim Studiokauf ab?

Due Diligence ist der unspektakulärste und zugleich wichtigste Teil des Kaufs. Hier prüfst du, was du wirklich bekommst. Nimm dir Zeit dafür und lass dir Unterlagen aushändigen, statt dich auf mündliche Zusagen zu verlassen.

Mitgliederbestand und Vertragsqualität

Die nackte Mitgliederzahl sagt wenig. Entscheidend ist die Qualität dahinter. Frag dich: Wie viele dieser Mitglieder zahlen tatsächlich aktiv? Wie viele sind in der Kündigungsfrist, ruhend oder seit Monaten im Rückstand? Ein Bestand aus 800 Mitgliedern mit Rabattverträgen aus einer Eröffnungsaktion ist deutlich weniger wert als 500 Mitglieder zu regulären Beiträgen mit stabiler Bindung. Achte auch auf die Altersstruktur der Verträge: Läuft ein großer Teil gleichzeitig aus, hast du nach der Übernahme ein Loch zu stopfen.

Kennzahlen und Churn

Lass dir die betriebswirtschaftlichen Zahlen der letzten zwei bis drei Jahre geben: Umsatz, Kosten, Mitgliederentwicklung und vor allem die Churn-Rate, also die Kündigungsquote. Prüfe sie mit dem Churn-Rate-Rechner auf Herz und Nieren: Ein Studio, das jeden Monat netto Mitglieder verliert, ist ein anderer Kauf als eines mit stabilem oder wachsendem Bestand, selbst bei identischer aktueller Mitgliederzahl. Schau dir auch die Check-in-Daten an, wenn es sie gibt. Sie zeigen, ob die Mitglieder das Studio überhaupt noch nutzen, denn Karteileichen kündigen früher oder später. Ob ein Standort grundsätzlich tragfähig ist, erklären wir im Detail in unserem Beitrag zur Rentabilität eines Fitnessstudios.

Laufende Verträge und Mieten

Neben den Mitgliederverträgen hängen am Studio viele weitere Verpflichtungen. Der wichtigste ist der Mietvertrag: Wie lange läuft er, wie hoch ist die Miete, gibt es Verlängerungsoptionen und Staffeln? Ein Studio mit einem Mietvertrag, der in einem Jahr ausläuft, ist riskant, egal wie gut die Zahlen sonst aussehen. Prüfe außerdem Leasingverträge für Geräte, Wartungs- und Servicevereinbarungen, Software-Abos, Versicherungen und mögliche Personalverträge. Kläre früh, welche Verträge bei einer Übernahme auf dich übergehen und welche du neu verhandeln kannst, das hängt direkt an der Asset-Deal- oder Share-Deal-Frage von oben.

Technik, Geräte und Fläche

Geh durch das Studio und schau dir den Gerätepark genau an. Wie alt sind die Maschinen, in welchem Zustand sind sie, was muss kurzfristig ersetzt werden? Veraltete oder verschlissene Geräte sind eine versteckte Investition, die du in den Kaufpreis einrechnen musst. Lass dir Anschaffungsbelege und Wartungshistorien zeigen. Wirf auch einen Blick auf den Zustand der Fläche selbst: Böden, Umkleiden, Sanitär, Lüftung und Brandschutz. Renovierungsstau und technische Mängel kosten nach der Übernahme schnell Geld, das im Verkaufsgespräch gern unter den Tisch fällt.

Software und Daten

Dieser Punkt wird oft unterschätzt, ist aber bei einer Übernahme einer der heikelsten. Welche Mitgliederverwaltung nutzt das Studio? Kommst du an die Daten heran und in welcher Form? Sind die Verträge, Beiträge und Laufzeiten sauber dokumentiert? Lass dir vor dem Kauf einen echten Datenexport zeigen, nicht nur einen Screenshot der Mitgliederliste. Kläre auch die datenschutzrechtliche Grundlage der Übergabe, dazu weiter unten mehr.

Gut für dich zu wissen: Die folgenden Punkte fasst deine Due-Diligence-Checkliste im Kern zusammen.

  • Mitgliederbestand: aktive vs. inaktive Verträge, Beitragshöhe, Vertragslaufzeiten, Kündigungsquote
  • Finanzen: Jahresabschlüsse und BWA der letzten zwei bis drei Jahre, bereinigtes EBITDA
  • Mietvertrag: Restlaufzeit, Verlängerungsoptionen, Staffelmieten
  • Verträge: Leasing, Wartung, Software-Abos, Versicherungen, Personalverträge
  • Substanz: Alter und Zustand der Geräte, Zustand der Fläche, Renovierungsstau
  • Daten: Vollständigkeit und Übertragbarkeit der Mitgliederdaten, Datenschutzgrundlage

Wie finanzierst du die Fitnessstudio-Übernahme?

Eine Übernahme finanzierst du selten komplett aus Eigenkapital. Üblich ist eine Mischung aus eigenen Mitteln und Fremdkapital, etwa über ein Bankdarlehen. In der Gründungsberatung ist häufig die Einschätzung zu hören, dass Banken eine Übernahme leichter finanzieren als eine Neugründung, weil bereits Umsatz- und Kostenhistorie vorliegt. Eine belastbare Statistik dazu gibt es nicht, es bleibt eine in der Praxis verbreitete Einschätzung, keine belegte Zahl. Entscheidend bleibt in jedem Fall, ob du der Bank die Zahlen des Studios sauber und nachvollziehbar belegen kannst.

Ein Baustein, den auch das BMWK-Existenzgründungsportal für die Nachfolgefinanzierung beschreibt, ist das Verkäuferdarlehen: Ein Teil des Kaufpreises wird gestundet und vom Käufer in Raten beglichen. Laut BMWK wird ein solches Nachrangdarlehen wirtschaftlich wie Eigenkapital behandelt und kann dir dadurch überhaupt erst den Zugang zu bestimmten KfW-Förderprogrammen eröffnen. Wie verbreitet diese Variante in der Praxis tatsächlich ist, lässt sich mangels Statistik nicht seriös beziffern, der Nebeneffekt liegt trotzdem auf der Hand: Der Verkäufer bleibt über die Rückzahlung am Erfolg der Übernahme interessiert und hat einen Anreiz, dir bei einer reibungslosen Übergabe zu helfen. Welche Finanzierungsform und welche Förderungen für dich infrage kommen, besprichst du am besten früh mit deiner Bank und deinem Steuerberater. Plane in jedem Fall eine Liquiditätsreserve für die ersten Monate ein, in denen erfahrungsgemäß einige Mitglieder den Inhaberwechsel zum Anlass für eine Kündigung nehmen.

Wie läuft eine Fitnessstudio-Übernahme ab?

Ein Überblick über die typischen Phasen, von der ersten Prüfung bis zur Übergabe:

  1. Grobcheck. Zahlen, Standort und Mitgliederzahl grob abklopfen, bevor du Zeit in die Tiefe investierst.
  2. Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA). Erst danach bekommst du echte Zahlen, Verträge und Mitgliederdaten zu sehen.
  3. Due Diligence. Mitgliederbestand, Kennzahlen, Verträge, Technik und Software im Detail prüfen, siehe Checkliste oben.
  4. Bewertung und Preisverhandlung. Kaufpreis anhand der geprüften Zahlen herleiten und verhandeln.
  5. Finanzierung sichern. Bankgespräche, Förderanträge und gegebenenfalls ein Verkäuferdarlehen klären.
  6. Kaufvertrag und Notar. Vertragsform festlegen und unterschreiben, bei einem Share Deal ist die Anteilsübertragung notariell zu beurkunden.
  7. Übergabe und Migration. Mitgliederdaten und Software migrieren, Team und Mitglieder informieren.

Wie lange das insgesamt dauert, lässt sich nicht pauschal sagen, es hängt stark davon ab, wie vollständig die Unterlagen des Verkäufers sind und wie schnell die Finanzierung steht. Eine ausführliche Phasenbeschreibung aus der Gegenseite, inklusive realistischer Zeiträume je Schritt, findest du in unserem Leitfaden zum Fitnessstudio verkaufen, der den gleichen Prozess aus Sicht des Verkäufers durchgeht.

Wie gelingt die Übergabe von Mitgliederdaten und Software?

Der Kauf ist unterschrieben, jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Die Übergabe entscheidet darüber, ob du die Mitglieder hältst oder ob dir der Bestand in den ersten Wochen wegbricht.

Der technisch heikelste Schritt ist die Migration der Mitgliederdaten und der Software. Wenn das Studio in deine Systeme oder eine neue Lösung umzieht, müssen Verträge, Beiträge und Laufzeiten vollständig und korrekt übernommen werden. Plane hier eine Übergangsphase ein, in der du die Beitragseinzüge doppelt kontrollierst. Eine einzige Welle fehlgeschlagener Lastschriften kann das Vertrauen frisch übernommener Mitglieder nachhaltig beschädigen.

Bei den Mitgliederdaten und SEPA-Mandaten lohnt sich besondere Sorgfalt, weil hier Datenschutzrecht mit hineinspielt. Laut einem Merkblatt der Handwerkskammer für München und Oberbayern zur Betriebsnachfolge braucht die Übertragung von Kundendaten eine eigene Rechtsgrundlage, meist die Einwilligung nach Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO oder ein berechtigtes Interesse nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO. Beim Share Deal ändert sich rechtlich wenig, weil der bestehende Rechtsträger bestehen bleibt und keine Daten an einen fremden Dritten weitergegeben werden. Beim Asset Deal dagegen wechselt der Rechtsträger, und die Kundendatenübertragung ist laut demselben Merkblatt gesondert datenschutzrechtlich zu prüfen. Wie sich das im Detail auf SEPA-Mandate auswirkt, ist eine offene Detailfrage, die du konkret mit einem Datenschutzberater klärst, statt dich auf eine pauschale Faustregel zu verlassen.

Genauso wichtig ist die Kommunikation. Informiere die Mitglieder aktiv und ehrlich über den Inhaberwechsel, am besten bevor Gerüchte entstehen. Mache klar, was gleich bleibt und was sich verbessert. Halte das bestehende Team in dieser Phase eng eingebunden, die Mitarbeitenden kennen die Mitglieder, die Abläufe und die Eigenheiten des Studios besser als jede Übergabedokumentation.

Wenn du bei der Gelegenheit ohnehin die Software wechselst, ist der saubere Datenimport ein guter Lackmustest für den neuen Anbieter. Bei einer Mitgliederverwaltung wie GymStack erfasst du SEPA-Mandate digital, Finn, der Billing Agent, übernimmt danach den laufenden Einzug samt Rücklastschriften automatisch. Unabhängig davon, für welches System du dich entscheidest: Bestehe darauf, dass die Migration vor dem produktiven Start einmal vollständig getestet wird.

Typische Fallstricke beim Fitnessstudio-Kauf

Zum Abschluss die Fehler, die bei Übernahmen am häufigsten teuer werden:

  • Nur auf die Mitgliederzahl schauen. Entscheidend sind aktive, zahlende Mitglieder mit guten Verträgen, nicht die Zahl auf dem Papier.
  • Den Mietvertrag übersehen. Eine kurze Restlaufzeit oder eine drohende Mieterhöhung kann den ganzen Kauf entwerten.
  • Versteckten Renovierungs- und Geräteersatz ignorieren. Was du nach der Übernahme sofort investieren musst, gehört in die Preisverhandlung.
  • Asset Deal mit vollständiger Haftungsfreiheit verwechseln. § 25 HGB kann dich bei Fortführung des Namens trotzdem in die Haftung für Altschulden nehmen.
  • Die Datenmigration unterschätzen. Lückenhafte Mitglieder- und Zahlungsdaten führen zu fehlgeschlagenen Einzügen und Kündigungen.
  • Ohne Berater verhandeln. Bei Vertragsform, Haftung und Steuern sparst du am falschen Ende, wenn du auf Anwalt und Steuerberater verzichtest.
  • Die Übergangsphase nicht planen. Mitglieder reagieren empfindlich auf einen Inhaberwechsel, ohne aktive Kommunikation verlierst du sie.

Häufige Fragen

Lohnt es sich, ein Fitnessstudio zu kaufen statt neu zu eröffnen?

Das hängt vom Zustand des Betriebs und vom Preis ab. Ein gesundes Studio mit stabilem Mitgliederbestand, fairem Mietvertrag und solider Substanz nimmt dir die Durststrecke einer Neugründung ab, das kann eine Übernahme sehr attraktiv machen. Ist das Studio dagegen ein Sanierungsfall mit sinkenden Zahlen und Renovierungsstau, kaufst du dir vor allem Probleme. Vergleiche den geforderten Kaufpreis immer mit den Kosten, die dich eine Neueröffnung am selben Standort kosten würde.

Was kostet ein Fitnessstudio im Durchschnitt?

Einen fitnessstudiospezifischen Durchschnittspreis gibt es nicht. Zur groben Einordnung: Laut KfW Research lag der durchschnittliche Kaufpreis bei kleinen Unternehmensnachfolgen im deutschen Mittelstand 2018 bei rund 351.000 Euro, der Median deutlich darunter bei rund 175.000 Euro. Diese Zahlen sind branchenübergreifend erhoben, nicht speziell für Fitnessstudios, und dienen nur als grobe Größenordnung. Für deinen konkreten Preis zählt die Ertragskraft des Studios mehr als jeder Durchschnittswert.

Wie wird der Kaufpreis für ein Fitnessstudio ermittelt?

Es gibt keine feste Formel, aber eine gängige Denkweise: Der Preis orientiert sich meist an einem Vielfachen des nachhaltigen Gewinns oder EBITDA, ergänzt um den Substanzwert von Geräten und Einrichtung. Wie hoch dieser Multiplikator ausfällt, ist stark branchen- und einzelfallabhängig, einen festen Fitnessstudio-Faktor gibt es nicht. Der wertvollste Teil ist meist der wiederkehrende Umsatz aus den Mitgliederverträgen. Lass dir die Herleitung mit belegbaren Zahlen zeigen und bewerte sie mit deinem Steuerberater.

Worauf muss ich bei der Übernahme der Mitgliederdaten achten?

Saubere, vollständige und rechtlich übertragbare Daten sind das A und O. Lass dir vor dem Kauf einen echten Datenexport zeigen und prüfe, ob Verträge, Beiträge und Laufzeiten korrekt dokumentiert sind. Laut einem Merkblatt der Handwerkskammer für München und Oberbayern braucht die Übertragung von Kundendaten beim Asset Deal eine eigene Rechtsgrundlage, meist Einwilligung oder berechtigtes Interesse nach Art. 6 DSGVO, und ist gesondert zu prüfen. Wie sich das konkret auf SEPA-Mandate auswirkt, klärst du im Einzelfall mit einem Datenschutzberater.

Wie lange dauert eine Fitnessstudio-Übernahme?

Eine feste Dauer gibt es nicht. Realistisch sind mehrere Monate: von der ersten Prüfung über die Due Diligence bis zur Finanzierungszusage und dem Notartermin bei einem Share Deal. Je vollständiger die Unterlagen des Verkäufers sind, desto schneller läuft der Prozess. Plane lieber zu viel Zeit ein als zu wenig, besonders wenn eine Bank die Finanzierung mitträgt.

Sollte ich bei einer Studio-Übernahme einen Anwalt einschalten?

Ja, unbedingt. Bei einer Übernahme geht es um die Vertragsform (Asset Deal oder Share Deal), um übergehende Verträge und um steuerliche Folgen, Bereiche, in denen Fehler schnell teuer werden. Ein wichtiges Detail: Auch ein Asset Deal schützt laut BMWK-Existenzgründungsportal nicht automatisch vor Haftung für Altschulden, wenn du den Betrieb unter bekanntem Namen fortführst (§ 25 HGB). Dieser Leitfaden ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall: Ein Anwalt prüft die Kaufverträge, ein Steuerberater die steuerlich sinnvollste Struktur.

Du überlegst, ein Studio zu übernehmen, und willst die Software- und Datenübernahme von Anfang an sauber aufsetzen? Vereinbare ein unverbindliches Gespräch, wir zeigen dir, wie eine saubere Migration abläuft.

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